Martina Lukits-Wally: Maiennacht


Maiennacht
© Martina Lukits-Wally

Wie schön war doch die Nacht im Mai,
wie jung Verliebte warn wir zwei,
als abends wir zum See noch fuhren
um neun, das zeigten unsre Uhren.
Die Nacht so still und mild die Luft,
erfüllt von holdem Blütenduft,
kein Mensch zu sehn, allein wir zwei,
wie fühlten wir uns frei, so frei!

Voll Glück ergriff ich deine Hand,
wir liefen auf dem Badestrand
zum Kinderspielplatz, wo verlassen
dort eine Rutsche stand im Rasen,
und plötzlich war’n wir wieder Kind.
Wir rutschten da hinab geschwind
und schaukelten voll Übermut. –
Ach, tat das wieder einmal gut!

Von unserm Lachen aufgeschreckt
zwei Enten flüchteten verschreckt,
dann war’n wir wieder ganz allein,
und Ruhe kehrte in uns ein.
Auch eine Bank am Ufer stand,
wo wir noch saßen Hand in Hand
und fühlten, dass die Maiennacht
uns heute recht viel Glück gebracht,
dass Freude auch an kleinen Dingen
im Leben lässt das Herz erklingen.


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